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Check if oder check that? Oder: Have you tried turning it off and on again?

Wie oft schreiben oder lesen wir in Anleitungen, dass wir etwas prüfen sollen. Beispiel: "Check if the computer is connected to power." Klare Ansage, alles schön. Was aber, wenn dort steht: "Check that the computer is connected to power"? mehr ...

Hoher Qualitätsanspruch ohne mentale Sandburgen und Dünkel - 10 Fragen an Ines Lasch

Ines Lasch macht eine Weiterbildung zur Technischen Redakteurin und absolviert ein achtwöchiges Praktikum bei parson. Wir haben ihr zehn Fragen gestellt. mehr ...

Volontariat für Technische Redakteure. Zwei Sichten auf die berufsbegleitende Ausbildung

Anja Schiel, Volontärin, und Ulrike Parson, Vorstand der parson AG, berichten über ihre Sicht des Volontariats für die Technische Redaktion.* mehr ...

Machen Sie Ihre technische Dokumentation intelligent – der Weg vom Content Management zu Content Delivery

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen aufzeigen, wie man CDPs mit technischer Dokumentation so intelligent befüllt, dass die Nutzer schnell und gezielt Antworten auf ihre Fragestellungen bekommen. mehr ...

So funktioniert Mentoring bei parson

Die Bewerbung ist verschickt, das Vorstellungsgespräch war erfolgreich, jetzt kommt die Zusage. Und da ist er schon, der erste Arbeitstag, an dem alles so fremd ist: Kollegen, deren Namen man sofort wieder vergisst, Ablagestrukturen, Prozesse, ERP-System. Nicht mal die Kaffeemaschine funktioniert auf Anhieb. Und wo war noch mal der Besprechungsraum? mehr ...

Liebe Diebinnen und Diebe

Die deutsche Sprache ist schön.  Doch wenn es um geschlechtsneutrales Schreiben geht, sind wir mit ihr geschlagen. Nutzer, Entwickler, Leser. Das sind unsere Kunden. Richtig geschrieben, aber politisch inkorrekt. Gibt es Alternativen? Ja, aber nur wenige sind erlaubt:

  1. Wir machen die weibliche Form sichtbar. Wir schreiben Nutzer und Nutzerinnen, Entwickler und Entwicklerinnen, Leser und Leserinnen. Politisch korrekt und Duden-konform, aber die Sätze werden elend lang. Außerdem klingen technische Dokumente wie Wahlkampfreden.
  2. Der Schrägstrich: Nutzer/-in, Entwickler/-in, Leser/-in. Geht, aber nicht immer. Die Schreibweise ist nur richtig, wenn die weibliche an die männliche Form des Wortes gehängt werden kann. „Kollege/-in“ ist demnach aus. Auch müssten wir Artikel und Pronomen mit Schrägstrichen versehen. So wie in: „Der/die Nutzer/-in öffnet sein/ihr Programm auf seinem/ihrem Arbeitsplatz“.  Noch Fragen,  lieber/liebe Leser/-in?
  3. Die Klammer. Auch Duden-konform, auch unschön und auch nur korrekt, wenn die weibliche Form im Wortinneren hinzugefügt werden kann, zum Beispiel bei Kolleg(inn)en. Ändern sich die Buchstaben im Wort, ist diese Schreibweise falsch, wie bei Ärztin/Arzt.
  4. Das große I. Viel genutzt, platzsparend, falsch: NutzerIn, EntwicklerIn, RedakteurIn sind ein Duden-No-No. Diese Schreibweise diskriminiert übrigens das männliche Geschlecht, denn wir nehmen nur die weibliche Form wahr.
  5. Der _Unterstrich, auch Gender Gap genannt. „Nutzer_in“ las ich neulich und schüttelte mich. Eine sehr technische Lösung, wie ich finde, und auch nicht im Duden zu finden.
  6. Die Zusammenfassung mit „-schaft“ oder „-kraft“.  Leserin und Leser werden zur Leserschaft, Lehrerin und Lehrer zur Lehrkraft – Personen werden zu Sachen. Diese Schaft- und Kraft-Geschichten sind übrigens alle weiblich. Ich sehe nicht, wie mit ihnen das Problem gelöst werden kann. Außerdem wirken sie unpersönlich. Oder möchten Sie sich, liebe Nutzerinnen und Nutzer, als Nutzerschaft bezeichnen lassen? Ich wäre dann fast lieber eine Redakteur_in.



    Sogenannte geschlechtsneutrale Ersatzformulierungen finde ich auch nicht besser: Redepult statt Rednerpult, Ärztlicher Rat statt Rat des Arztes, Studierende statt Studentinnen und Studenten. Klingt, als hätte man den Wörtern die Seele genommen.

Auch wenn Klammer und Schrägstrich in vielen Fällen korrekt sind, wie sprechen wir sie aus? „Liebe Kolleg, Klammer auf, innen, Klammer zu, en.“ Versuchen Sie das mal mit dem Schrägstrich.

Was mir bei der Recherche auch auffiel: Niemand spricht von Verbrecherinnen und Verbrechern, Fälscherinnen und Fälschern, Diebinnen und Dieben. Darf/muss das kriminelle Milieu männlich bleiben?

Wie schreibt man geschlechtsneutral und trotzdem richtig und lesbar? Darf man Sprache verbiegen, bis sie gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht wird? Die Lektorin Juliane Topka beschäftigt sich in ihrem Blog auch mit diesem Thema: http://www.sprachpingel.de/allgemein/vorstaendin.

Wir schreiben viel auf Englisch und sind meistens fein raus.

Wie gehen Sie vor?

Kommentare   

# Axel Wüstemann 2013-04-11 21:53
Schöner Artikel! Hab ihn gerade mal auf unsere FB-Seite weiter gepostet.
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# Judith Torma 2013-04-12 10:15
Werte Autorin,

ich finde Ihren Beitrag einfach herlich, haber innerlich geschmunzelt und überlegt, wie ich es mache: Jen nach Publikum. Wenn ich überwiegend Männern zurrede, dann kommt die männliche Form zum Einsatz, wenn es eher Frauen sind, an die ich mich richte, dann wird der Text oder in meinem Fall, die Rede eben weiblich. Schriftlich und mündlich füge ich dann hinzu, dass das andere Geschlecht sich auch angesprochen wird.

Diesen Geschlechterkampf emfinde ich ganz persönlich als Zeitverschwendung - ungenaue Formulierungen, Weichmacher und das Verstecken hin "man macht das halt so" liegen mir viel schwerer im Magen. Dennoch wünsche ich mir, mehr Texte, in denen Konsequent die weibliche Form genommen wird.
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# Judith Torma 2013-04-12 10:16
Ein Beispiel liegt mir noch am Herzen:
Ein Kinderarzt schrieb in den USA ein Buch für die Kleinkinderziehung - aus medizinischer Sicht - jeweils abwechseln nutzte er in einem Kapitel die männliche, im nächsten die weibliche Form der Ansprache - so kamen Jungen und Mädchen gleichermachen ins Bild.
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# Christian Dicke 2013-04-12 16:05
Liebe Frau Lange,
ich habe herzlich gelacht, war aber enttäuscht, dass ich keinen Hinweis finde, wie es denn nun am besten ist.
Zu Ihrer Frage: siehe oben ;-)
Ich schaue mir an, für wen ich etwas schreibe und entscheide dann, ob ich die weibliche Form mit aufnehme oder nicht.

Unterm Strich bleibe ich bei der altbekannten Form, es gibt ja keine einheitliche Lösung, die es allen recht macht.

Viele Grüße
Christian Dicke
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# Nico Lindner 2013-04-15 13:30
Off topic folgender Beitrag: Schön, dass Sie überhaupt einen Blog führen. Weiter so! Beste Grüße, Nico
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