OWL, Protégé und Pizza

Seitdem ich aus Wien zurück bin, denke ich an Pizza. In einem dreitägigen Seminar über die Modellierung von Ontologien hat mir das Protégé-Team aus Stanford beigebracht, wie man die Ontologie einer Pizza in OWL modelliert. OWL ist ein W3C-Standard, der das logische Modell einer Domäne, deren Konzepte und Eigenschaften, einschließlich ihrer Einschränkungen und Beziehungen, beschreibt. Man kann jede Domäne modellerien. Aber in Wien ging es um Pizza.

Die Modellierung einer Pizza-Ontologie verläuft relativ geradlinig. In der Pizza-Domäne gibt es eine PizzaBase und ein PizzaTopping. PizzaTopping wiederum verfügt über weitere Unterklassen wie VegetableTopping, MeatTopping oder CheeseTopping. Soweit klar. Nur Pizza mit Käse ist echte Käse-Pizza.

pizza ontology model

Das war der einfache und verständliche Teil. Aber es gibt etwas, das eine besondere Sorgfalt bei der Modellierung und Arbeit mit Ontologien erfordert – OWA (Open World Assumption), zu Deutsch: Offene-Welt-Annahme. OWA  bedeutet, dass das Fehlen einer Aussage nicht mit der Negation dieser Aussage gleichzusetzen ist. Verfügt eine Klasse von Pizzen nicht über die Eigenschaft hasTopping some CheeseTopping, heißt das nicht, dass die Pizzen nicht mit Käse überbacken sind. Uns ist schlicht nicht bekannt, ob es Käse auf den Pizzen gibt. Wollen wir die Pizzen ohne Käse finden, müssen wir die Ontologie entsprechend modellieren und dieses Wissen darin einschließen.

Wie man das macht, will ich hier nicht ausführen. Nehmen Sie an einem der nächsten Protégé-Seminare teil oder besorgen Sie sich ein Buch zum Thema. Ich wollte hier nur mein Pizza-Problem loswerden. Um sicherzugehen, dass ich es los bin und am Ende nicht einen falsch verstandenen Bucketheads-Song vor mich hinsumme – hier ist ein Song, der Ihrem Pizza-Heißhunger ein sofortiges Ende bereiten wird.

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