Hoher Qualitätsanspruch ohne mentale Sandburgen und Dünkel - 10 Fragen an Ines Lasch

Ines Lasch macht eine Weiterbildung zur Technischen Redakteurin und absolviert ein achtwöchiges Praktikum bei parson. Wir haben ihr zehn Fragen gestellt.

Ines, du bist Slawistin und Übersetzerin. Was hat dich bewogen, zur Technischen Redaktion zu wechseln?

Ines LaschInes LaschIch will mein Interesse an technischen Sachverhalten und Produkten mit der Freude an Sprachproduktion verbinden. Auch will ich meine Berufserfahrung als Journalistin, Autorin, Dolmetscherin und Übersetzerin in einer neuen Qualität und Perspektive zusammenfügen.

Was mich reizt: Menschen dazu anzuleiten, barrierefrei an Informationen zu kommen, diese richtig zu verstehen, um Produkte sicher und bestimmungsgemäß zu nutzen, optimal ihr definiertes Ziel zu erreichen.

Wie hast du dich zur Technischen Redakteurin weitergebildet?

Ich habe acht Monate im E-Learning beim Bildungsträger IBB absolviert. Darüber habe ich ein fabelhaftes fliegendes Klassenzimmer und sehr gute Dozenten kennen gelernt.

Parallel habe ich mich gezielt über den Beruf informiert und bin dabei auf einen Beitrag von Ulrike Parson gestoßen. So kam ich auf die parson AG und habe verstanden: Die machen das Richtige. Davon habe ich keine Ahnung. Das will ich lernen. Ich bin Mitglied der tekom geworden und habe mir Fachliteratur besorgt. Ich besuche regelmäßig die Veranstaltungen der tekom-Regionalgruppe Nord und fahre jetzt zur tekom-Frühjahrstagung.

Schließlich habe ich mir diesen Praktikumsplatz ausgesucht. Das Praktikum schließt die Weiterbildung ab.

Hattest du vor dem Wechsel bereits Erfahrungen in der Technischen Redaktion?

Nein. Aber ich habe mich bereits im Wissensaustausch geübt. Während der Fortbildung hat ein Kommilitone ein Wiki für unser fliegendes Klassenzimmer angelegt. Dort kann jeder von uns seine Eintragungen ablegen und auf die der anderen zugreifen. Das funktioniert bestens. Dieses Wiki wird so lange fortbestehen, wie die Domain besteht, einfach klasse!

Was macht dir als Technische Redakteurin besonders viel Spaß, und was findest du schwierig?

Ich lerne gern kontinuierlich Neues, unabhängig von der Technischen Dokumentation. Ich finde es zum Beispiel anspruchsvoll, was iiRDS jetzt vorantreibt: Informationen intelligent und modular zu erstellen und für verschiedene Zielgruppen systemunabhängig maschinenlesbar bereitzustellen.

Schwierig finde ich das Tempo, in dem sich Arbeitsprozesse verdichten und ineinandergreifen. Das macht unsere Arbeit komplexer. Deshalb müssen wir die Technische Dokumentation so betrachten wie man im Idealfall ein Unternehmen führt: wie einen lebendigen Organismus. Der muss sich heute den Veränderungen dynamisch nahezu in Echtzeit anpassen können, je nachdem, wie innovativ die Auftraggeber und wie fit die technischen Redakteure sind. Da ist Strukturieren und Standardisieren von Informationen der richtige Weg. Ein Produkt ohne Gebrauchsanleitung bleibt ein unfertiges Produkt.

Was sind deine Arbeitsaufgaben bei parson?

Ich habe ein englischsprachiges Software-Handbuch auf Usability und Struktur überprüft, ein weiteres im Hinblick auf die Norm DIN EN 82079-1.

Ich lerne den XML-basierten Standard DITA auf parsons e-Learning-Plattform DITA lernen. Zusätzlich prüfe ich die Plattform auf Funktionalität (methodisch, inhaltlich, sprachlich). Ich entwerfe auch einen zweisprachigen Flyer über die Vorteile der Plattform für Abonnenten und Sponsoren.

Ich nehme an Projektabstimmungsmeetings, am Wissensaustausch sowie an ausgewählten Projektmeetings teil. Außerdem bietet mir parson an, an internen fachlichen Schulungen teilzunehmen, die während meines Praktikums stattfinden.

Weitere Aufgaben werden die Mitarbeit am Redaktionsleitfaden, die Überarbeitung und Publizieren der Firmenpräsentation sowie das Erstellen mehrerer Artikel für das parson-Wiki sein.

Was sind für dich die größten Herausforderungen beim Arbeiten bei parson?

Ich möchte meinen persönlichen Anspruch bestmöglich professionell umsetzen und mein Potenzial messbar entwickeln.

Was macht deiner Meinung nach ein gutes Praktikum aus?

Wichtig für mich sind ein persönlicher Ansprechpartner, aktives Mentoring, konkrete Aufgaben und Ziele, transparente Kommunikation, respektvoller Umgang mit dem Praktikanten und sinnvolle, praktikable Aufgaben und Übungen, die dem realen Betrieb des Unternehmens entspringen. Wichtig auch: regelmäßiges Feedback und ein Abschlussgespräch mit Auswertung des Praktikums und Empfehlungen für die Perspektive. Am Ende des Praktikums werde ich hoffentlich sagen können, ich habe mich richtig entschieden.

Entspricht das Praktikum deinen Erwartungen?

Ja, weil parson genau die Kriterien erfüllt, die ich oben genannt habe.

Wie sieht die Betreuung bei parson aus?

Sehr gut! Ich habe einen Ansprechpartner, bekomme verbindliche Ansagen, arbeite in hohem Maße eigenständig, der Umgang ist kollegial. Ich erhalte einen Vertrauensvorschuss und Unterstützung. Ich habe eine Mentorin, die ich immer ansprechen kann. Wenn notwendig, kann ich auch reibungslos von Zuhause arbeiten. Davon träumen die meisten meiner Kommilitonen nur.

Wie gefällt dir das Arbeitsklima bei parson?

Das Arbeitsklima empfinde ich als wohltuend, inspirierend. Die Kollegen arbeiten und kommunizieren verbindlich, zugewandt und transparent. Alle pflegen einen respektvollen Umgangston. Weiterbildung und Wissensaustausch werden gelebt. Die Teams arbeiten interdisziplinär, selbststeuernd und agil. Alle Kollegen sind gleichermaßen gefordert, ihren Beitrag zum Beispiel für das interne Wiki zu leisten, das als Plattform für den Wissensaustausch dient. Die Arbeitsplätze sind hell und modern, technisch und ergonomisch sehr gut ausgestattet.

Ich erlebe die Balance zwischen Teamarbeit und Einzelleistung/-verantwortung und einen sehr hohen Qualitätsanspruch ohne mentale Sandburgen und Dünkel.

Die Fragen stellte Uta Lange.

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