Ein Jahr in London. Ich vermisse nicht nur meine Socke

von Luca Leonie Jaeger am 12. März 2018

Darf ich vorstellen? Parsons Green in London. Ich finde, der perfekte Ort für einen weiteren Standort von parson. Der Standort ist leider nicht geplant, aber ein Stückchen parson ist im Moment tatsächlich in London.

Ich bin Technische Redakteurin bei parson. parson hat es mir ermöglicht, für ein Jahr in ein Unternehmen in London zu wechseln, um mein Englisch zu verbessern und Berufserfahrung im Ausland zu sammeln.

Seit Mitte Januar arbeite ich bei Congility als Technical Writer. Aktuell strukturiere und schreibe ich Software-Dokumentation für Administratoren, erstelle eine Taxonomie und bereite mich auf User-Interviews vor.

Was ich erwartet habe, als ich meinen Rucksack gepackt und für ein Jahr nach London gezogen bin? Sehr freundliche Engländer, Probleme mit dem Linksverkehr und weißes Toastbrot. Und ich kann sagen, die Erwartungen wurden absolut erfüllt. Nicht erwartet habe ich hingegen, dass man Y und Z so oft benutzt und dass man den Busfahrern in England winken muss, damit sie anhalten. Ich habe auch nicht erwartet, dass ich jetzt ein Jahr lang meine Wäsche mit einer halbautomatischen Waschmaschine waschen werde und dass sie mich schon im ersten Monat ärgert, indem sie meine Socke verschlingt.

Hier in England laufen einige Sachen anders als in Deutschland. Wenn man ein Bankkonto oder eine Sozialversicherungsnummer beantragen will, muss man seinen Wohnsitz mit einem Proof of Address belegen. Als Proof of Address wird allerdings nicht ein Schreiben vom Vermieter oder vom Einwohnermeldeamt akzeptiert. Dieses gibt es in England nicht. Stattdessen nutzt man beispielsweise die monatliche Gasrechnung. Schwierig wird es jedoch dann, wenn man keine ganze Wohnung gemietet hat und die Gasrechnung nicht über den eigenen Namen läuft. Dann kann es schon ein paar Wochen dauern, bis man alle Formalitäten erledigt hat und endlich seine Gehaltschecks einlösen kann.

Abgesehen von diesen kleinen Schwierigkeiten habe ich absolut Glück mit der Familie, bei der ich wohne, und mit meinen neuen Kollegen, die mir am Wochenende ihre kleinen englischen Villages und Ausstellungen in London zeigen oder mich mit zum Musical begleiten.

Was ich hier drüben trotzdem sehr vermisse, sind die gemeinsamen Mittagspausen mit meinen Kollegen von parson und das Bürohündchen Molly. Hier in London gibt es zwar auch Bürotiere. Aber ehrlich gesagt kann das Aquarium mit Fischen da nicht ganz mithalten, obwohl sie sich ordentlich ins Zeug legen und letzte Woche acht kleine Babyfische bekommen haben. 

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