tekom-Bericht Teil 3: Kreativität statt Langeweile – Online-Videos für die technische Doku

von Finn Böttger am 23. November 2018

Manege auf! Zu Beginn seines Workshops „Packende Online-Videos mit einfachen Mitteln erstellen“ zeigte Stephan Schneider zwei Bilder.

Eins vom brüllenden Löwen Leo, der noch heute im Vorspann aller Metro-Goldwyn-Mayer-Filme gezeigt wird. Das zweite hätte sein gähnender Bruder gewesen sein können. Das war das Motto des Workshops: „This is NOT Hollywood“, und Langeweile ist tabu.

Im Unterschied zur technischen Dokumentation geht es bei Videos auch ums Gefühl. Und Videos ohne weckende Emotionen stufen wir häufig als langweilig ein.

Das Storyboard

Das Storyboard bildet den Hauptteil in der Planung eines Videos. Es gleicht einem zeitlich gegliederten Ablauf, in dem festgehalten wird, wie z. B. die Inhalte des Videos vermittelt werden sollen, wie lang einzelne Videoausschnitte sind oder wie der dazugehörige Sprechertext lautet. Für die Erstellung eines Storyboards benötigen Sie ein ganz entscheidendes Werkzeug – Ihre Kreativität.

Langeweile ist tabu! © Fotolia | matthiask68

Keine Langeweile aufkommen lassen

Denken Sie an den gähnenden Löwen und vermeiden Sie Langweile. Verwenden Sie dramaturgische Mittel und erzählen Sie z. B. Geschichten oder überraschen Sie die Zuschauer. So können Sie die Chronologie brechen und beispielsweise das Ergebnis als erstes präsentieren.

Auch visuelle Mittel wie Perspektivenwechsel oder Nahaufnahmen vom Produkt können der Langweile entgegenwirken und die Aufmerksamkeit erhöhen. Und bevor es an die Aufnahme geht, können die folgenden Tipps und Tricks aus dem Workshop helfen, um mit einfachen Mitteln packende Online-Videos zu erstellen:

  • Um den Moiré-Effekt (Rasterüberlagerung) zu vermeiden, tragen Sie keine Kleidung mit kleinteiligen Mustern.
  • Statt zeitlich lange Vorgänge darzustellen, können Sie mit Zeitraffer arbeiten.
  • Für Nacharbeiten trennen Sie Video- und Tonaufnahmen.
  • Um einen Schlagschatten zu vermeiden, benötigen Sie gute Beleuchtung.
  • Verwenden Sie keine Lichtquellen aus der Richtung oder Gegenrichtung der Kamera.
  • Wählen Sie einen ruhigen Hintergrund mit wenig Details aus. Improvisieren Sie und verwenden z. B. ein Laken.
  • Um verwackelte Bilder oder Aufnahmen zu vermeiden, befestigen Sie die Kamera auf einem Stativ.
  • Arbeiten Sie mit externen Mikrophonen. Eine schlechte Tonqualität wird negativer aufgenommen als eine schlechte Bildqualität.
  • Hinterlegen Sie das Video mit Musik. Musik sorgt für Stimmung, kann Emotionen wecken und durchaus den gähnenden Löwen vertreiben.
  • Und zu guter Letzt: Sichern Sie Ihre Aufnahmedateien.

Bei Ihren nächsten Aufnahmen denken Sie an den gähnenden Löwen und lassen Ihrer Kreativität freien Lauf.

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