Spaziergänge in der Mittagspause und AsciiDoc: Vierzehn Fragen an Martin Fiebig, Praktikant bei parson

von Uta Lange am 02. März 2022

Martin Fiebig absolviert gerade bei parson ein zehnwöchiges Praktikum im Rahmen seines Studiums Technische Redaktion. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

1) Hallo Martin, würdest du dich kurz vorstellen?

Ich studiere Technisches Informationsdesign und Technische Redaktion an der Hochschule Hannover. Gerade bin ich im 7. Semester und absolviere mein zehnwöchiges Pflichtpraktikum bei parson. Ich bin 23 und komme aus der Nähe von Hannover.

Martin Fiebig an seinem Arbeitsplatz bei parson. Foto: Lea Sophie Ladiges

2) Wo wohnst du gerade in Hamburg?

parson hat mir für die Dauer des Praktikums eine Wohnung zur Verfügung gestellt.

3) Warum hast du dich für das Studium Technische Redaktion entschieden?

Hauptsächlich, weil ich nach einer abwechslungsreichen Tätigkeit für die Zukunft gesucht habe. Ich habe vorher zwei Semester Mathematik und Physik auf Lehramt studiert, aber relativ schnell erkannt, dass das nichts für mich ist, besonders Mathematik, und dass ich mehr Abwechslung brauche. Da meine Interessen sehr vielfältig sind und in verschiedene Fachbereiche gehen, habe ich ein Berufsfeld gesucht, was dem gerecht werden kann.

4) Welche Themenbereiche in der Technischen Kommunikation interessieren dich besonders?

Zum einen der klassische Teil: Texte erstellen und aufbereiten. Mich interessiert auch die Metadatenmodellierung und das Arbeiten mit DITA und XML, das heißt, die Trennung von Inhalt, Layout und Struktur. Und der technische Teil ist spannend: Ich bin von Natur aus technikinteressiert. Im Studium bekommen wir Einblicke in die Elektrotechnik und Werkstoffkunde, “Maschinenbau light“ sozusagen. So erhalte ich ein erstes grundlegendes Verständnis von technischen Abläufen.

5) Welche Ziele hat das Praktikum im Rahmen des Studiums Technische Kommunikation?

Das Praktikum hilft mir dabei, erste Berufserfahrungen zu sammeln und zu entscheiden, in welche Richtung ich mich orientieren möchte. Will ich später bei einem Dienstleister arbeiten oder bei einem Hersteller eines Produkts? Und welche Art von Doku will ich erstellen, für Software oder den Maschinenbau?

6) Was erhoffst du dir persönlich von diesem Praktikum?

Mehr Orientierung. Ich möchte herausfinden, was mir liegt und was mir Spaß macht. Außerdem hoffe ich, dass ich ein Thema für die Bachelor-Arbeit finde, die sich ans Praktikum anschließt.

7) Warum hast du dich für ein Praktikum bei einem Dienstleister entschieden?

Dienstleister arbeiten für verschiedene Kunden und in unterschiedlichen Projekten. So erhalte ich am ehesten einen Überblick über die Vielfalt in der technischen Kommunikation. Ich wollte mich nicht gleich auf ein Unternehmen festlegen, das zum Beispiel nur ein Produkt dokumentiert.

8) Woran arbeitest du bei parson?

Ich arbeite in zwei Projekten. In dem einen erstellen wir Entwicklerdokumentation für einen norwegischen Kunden: auf Englisch, topic-orientiert, in AsciiDoc und in einer Git-Umgebung. Angefangen habe ich damit, bestehende Topics auf die Regeln im Styleguide zu überprüfen und zu überarbeiten. Letzte Woche habe ich meine ersten beiden eigenen Topics geschrieben. Für das erste Topic konnte ich die Informationen selbst recherchieren und zusammenstellen. Beim zweiten war es nicht so einfach. Aber ich konnte einen Kollegen und den Ansprechpartner beim Kunden nach den fehlenden Informationen fragen. Außerdem bin ich bei den wöchentlichen Jour-Fixes mit dem Kunden dabei. Das hilft mir auch, Zusammenhänge im Projekt besser zu verstehen. Zunächst musste ich mich in AsciiDoc einarbeiten, aber das ging recht schnell. Geholfen hat mir dabei, dass ich mich im Studium schon mit XML-basierten Sprachen beschäftigt habe und so das Prinzip dieser auszeichnungsarmen Sprache schnell nachvollziehen konnte.

Martin arbeitet während seines Praktikums in zwei Kundenprojekten mit. Foto: Lea Sophie Ladiges

In dem zweiten Projekt hat die Einarbeitung/Vorbereitung etwas länger gedauert, aber jetzt fange ich auch hier an, einige Topics zu überarbeiten. Unter anderem unterstützen wir den Kunden beim Erstellen eines Betriebshandbuchs in Form eines Wikis mit Confluence.

9) Wie sieht die Praktikumsbetreuung bei parson aus?

Ich habe einen Mentor, er ist mein Ansprechpartner Nr. 1. Gemeinsam haben wir am ersten Tag die Ziele meines Praktikums definiert. Alle zwei Wochen betrachten wir in einem Stand-up die Fortschritte und entscheiden, ob wir nachlegen oder korrigieren müssen. Außerdem habe ich in den zwei Projekten, in denen ich mitarbeite, jeweils einen fachlichen Betreuer.

10) Was macht dir bei der Arbeit besonders viel Spaß?

Alles eigentlich. Ich kann vieles verwenden, was ich an der Uni gelernt habe. Ich muss sagen, dass Theorie und Praxis gut ineinander greifen. Zum Beispiel kann ich meine Kenntnisse über das topic-orientierte Schreiben und Funktionsdesign hier direkt anwenden. Ich mag die Selbstständigkeit beim Arbeiten. Ich kann mir aussuchen, woran ich arbeiten möchte. Es gibt wenige Vorgaben, ich kann mich dahin entwickeln, wohin ich möchte. Was ich auch toll finde: Die Projektteams verteilen die Aufgaben zwischen den Teammitgliedern. Das heißt, ich kann mich für Aufgaben melden, die mir liegen und die mich interessieren.

11) Was sind die größten Herausforderungen bei der Arbeit?

Die erste Woche der Einarbeitung war schwer: Ich musste mich an die Arbeitsweise, Kommunikationsstrukturen und Workflows gewöhnen und die Projekte kennenlernen. Es waren sehr viele Informationen auf einmal.

12) Wie sieht ein Praktikum unter Corona-Bedingungen aus?

Zum Glück schränkt mich Corona bei diesem Praktikum kaum ein. Ich kann im Büro unter den bestehenden Hygienebedingungen (2G+) gut arbeiten. Die Büroräume sind groß und luftig, wir arbeiten jede/r in einer eigenen Kabine und haben so ganz natürlich Abstand. Außerdem gibt es Luftreiniger. Die Kommunikation ist immer remote möglich, auch wenn die Kollegen nicht im Büro arbeiten. Ich kann auch jederzeit im Homeoffice arbeiten.

13) Hast du schon Pläne für die Zeit nach dem Praktikum?

Als nächstes schreibe ich meine Bachelorarbeit. Nach dem Bachelor möchte ich meinen Master machen: Internationale Fachkommunikation - Sprachen und Technik an der Uni Hildesheim.

14) Was war die größte Überraschung bislang?

Die Mittagspause. Einige der Kolleginnen und Kollegen gehen regelmäßig spazieren, da bin ich immer gerne dabei. Die Bewegung macht den Kopf frei. Außerdem ergeben sich interessante Gespräche – auch außerhalb von Arbeitsthemen.

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