Wie parson mit Buildwise eine KI-fähige Content-Strategie entwickelt
Manchmal beginnt ein Projekt mit der Suche nach einem System – und führt zu einer neuen Sicht auf Inhalte, Prozesse und Anforderungen.
Buildwise beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie technische Informationen für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz nutzbar gemacht werden können. Das Ziel ist klar: Inhalte sollten so aufbereitet werden, dass sie die Grundlage für moderne KI-Anwendungen und intelligente Informationssysteme bilden. Gleichzeitig soll eine zukunftsfähige Systemlandschaft die Grundlage dafür schaffen.
Buildwise ist das belgische Innovations- und Forschungszentrum für die Bauwirtschaft. Es entwickelt praxisnahe Lösungen und stellt technische Informationen für rund 120.000 Bauunternehmen und andere Unternehmen bereit, darunter Planer, Architekten und Hersteller.
Mit den steigenden Anforderungen an KI rückte zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie sich technische Informationen sowohl für Menschen als auch für intelligente Systeme optimal bereitstellen lassen. Eine der ersten Fragen lautete: Welches Content-Management- oder Redaktionssystem eignet sich dafür am besten?
Bereits zu Beginn des Projekts wurde deutlich, dass einer fundierten Systementscheidung zunächst ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen vorausgehen muss – und dass diese Anforderungen weit über die Auswahl eines Redaktionssystems hinausgehen.
„Bald ging es um weit mehr als ein Redaktionssystem“
Wir wollten unsere technischen Informationen fit für künftige KI-Anwendungen machen. Die Frage nach einem geeigneten Redaktionssystem war dabei ein wichtiger Ausgangspunkt – aber nicht das eigentliche Ziel. Uns ging es darum, die richtige Grundlage für die künftige AI-Anwendungen zu schaffen.
Gemeinsam die Grundlagen schaffen
Buildwise hatte eine klare Zukunftsvision: Informationen sollten so bereitgestellt werden, dass sie auf Dauer sowohl Menschen als auch KI-Anwendungen optimal unterstützen. Gemeinsam haben wir erarbeitet, welche fachlichen, organisatorischen und technologischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.
Anstatt direkt verschiedene Systeme zu bewerten, analysierte das Projektteam zunächst die bestehende Informationslandschaft. In Stakeholder-Interviews wurden Inhalte, Informationsflüsse, Prozesse und mögliche Nutzungsszenarien betrachtet. Dabei entstand Schritt für Schritt ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Systeme, Inhalte und Prozesse heute zusammenspielen – und welche Anforderungen sich daraus für die Zukunft ergeben.
„Der Blick von außen hat unser Bild erweitert“
Die Interviews mit den Expertinnen von parson haben uns geholfen, unsere Anforderungen deutlich präziser zu formulieren. Dabei wurde sichtbar, dass Themen wie Systemlandschaft, Metadaten und Inhaltsstrukturen fast wichtiger sind als die spätere Auswahl eines CCMS.
Im Laufe des Projekts entstand ein immer klareres Bild der bestehenden Content-Landschaft. Unterschiedliche Informationsquellen, heterogene Prozesse und fehlende gemeinsame Metadaten erschwerten nicht nur die Wiederverwendung von Informationen, sondern auch deren Nutzung durch KI-Anwendungen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie eng Inhalte, Prozesse und die bestehende Systemlandschaft miteinander verzahnt sind.
Nicht das fehlende System war die eigentliche Herausforderung, sondern die Frage, wie Informationen systemübergreifend strukturiert und beschrieben werden können.
Von der Systemfrage zur Content-Strategie
Eine Systemauswahl bleibt ein wichtiger Schritt. Wirklich tragfähig wird sie aber erst, wenn klar ist, welche weiteren Anforderungen bestehen und wie Inhalte künftig für KI-Anwendungen bereitgestellt und genutzt werden sollen.
Aus der ursprünglich geplanten Systemevaluation entwickelte sich Schritt für Schritt eine strukturierte Anforderungsdefinition.
Im weiteren Projektverlauf wurden Anforderungen gemeinsam erarbeitet und in Form von User Stories beschrieben. Diese User Stories bilden heute die Grundlage für die weitere Ausgestaltung der Systemlandschaft und für fundierte Technologieentscheidungen.
„Heute haben wir eine deutlich bessere Entscheidungsgrundlage“
Der größte Mehrwert des Projekts liegt für mich darin, dass wir unsere Anforderungen heute wesentlich klarer beschreiben können. Dadurch können wir neue Technologien fundierter bewerten und die nächsten Schritte gezielt planen.
„Beratung heißt, den Blick gemeinsam zu erweitern“
Unsere Aufgabe war nicht, möglichst schnell ein Werkzeug zu empfehlen, sondern das richtige zu finden. Gemeinsam mit Buildwise wollten wir zunächst verstehen, welche Informationen vorhanden sind, wie sie entstehen und welche Anforderungen sich aus den geplanten Anwendungsfällen ergeben. Daraus entsteht eine belastbare Grundlage für jede weitere Entscheidung.
Das Ergebnis
Was als CCMS-Evaluation begann, entwickelte sich zu einem strategischen Projekt zur Definition der Anforderungen an die künftige Systemarchitektur von Buildwise.
Gemeinsam wurde Folgendes erreicht:
- Analyse der bestehenden Informationslandschaft
- Erhebung der Stakeholder-Anforderungen
- Entwicklung von User Stories
- Strukturierte Beschreibung der fachlichen und technischen Anforderungen
- Definition der Anforderungen an eine künftige Systemlandschaft
- Schaffung einer fundierten Entscheidungsgrundlage für die Auswahl künftiger Content-Systeme
Fazit
Das Projekt hat deutlich gemacht, dass erfolgreiche KI-Projekte nicht mit einer Technologie beginnen, sondern mit einem gemeinsamen Verständnis von Informationen, Prozessen und Anforderungen. Dieses Fundament ermöglicht es uns heute, anstehende Technologieentscheidungen wesentlich fundierter zu treffen.
Die Success Story von Buildwise zeigt: Wer Informationen für KI nutzbar machen möchte, sollte nicht mit der Auswahl einer Technologie beginnen, sondern mit einem klaren Verständnis der eigenen Anforderungen. Genau darin lag der entscheidende Erfolg dieses Projekts.
Über Buildwise
Buildwise ist ein privates Innovationsinstitut, das 1959 auf Initiative des nationalen Verbands der belgischen Bauunternehmer gegründet wurde. Die satzungsmäßigen Mitglieder von Buildwise sind die mehr als 120.000 belgischen Bauunternehmen, überwiegend kleine und mittlere Unternehmen (KMU).